Bürgerinitiative     STOPPT TEMELIN

Temelin: Exkursion in die Hochsicherheitszone

8. Temelin Konferenz am 30. September 2017 im AKW Temelin

 

 

 

Marktredwitz, 14.09.2017. Der durch einen als sexistisch kritisierten Bikini-Wettbewerb in die Schlagzeilen geratene Temelin Betreiber CEZ hat den internationalen Teilnehmern der 8. Temelin Konferenz die Exkursion in die Hochsicherheitszone des AKW Temelin bestätigt. Allerdings: „Journalisten dürfen mit ins AKW, deren Kameras sollen aber bitte vor der Sicherheitsschleuse draußen bleiben“, informiert Brigitte Artmann. Die Organisatorin der Konferenz ist Kreisrätin der Grünen im  oberfränkischen Wunsiedel im Fichtelgebirge und Sprecherin der Bürgerinitiative STOPPT TEMELIN.

 

Mit der Petition „STOPPT TEMELIN – Gefährliche Schweißnähte untersuchen!“ fordert Artmann eine komplette Aktenüberprüfung der Schweißnähte im  radioaktiven Primärkühlkreislauf von Temelin 1. Unabhängige Experten hatten dringend dazu geraten. Auch die Landräte aus Wunsiedel, Passau, Regen und Freyung-Grafenau hatten sich in der Sache an Umweltministerin Dr. Hendricks gewandt. Die Petition wurde mit fast 80.000 Unterschriften im Juli an den technischen Leiter der deutschen Atomaufsicht überreicht. Vor kurzem ließ Umweltministerin Hendricks ausrichten, man prüfe noch, ob man im Oktober der Forderung beim nächsten Treffen der Deutsch/Tschechischen Kommission in Nordböhmen nachkommen werde. Simone Peter, die Bundesvorsitzende der Grünen, ließ ausrichten, im Falle einer grünen Regierungsbeteiligung wolle man dafür sorgen, dass das Bundesumweltministerium mit dem Problem Temelin anders umgeht.

 

Inzwischen ersuchten die Umweltschützer um Artmann beim Bundesumweltministerium und dem Auswärtigen Amt um Aushändigung aller vorliegenden Temelin-Akten auf Basis des Umweltinformationsgesetzes und des Informationsfreiheitsgesetzes. Der Passauer Landrat Meyer und Kreisrätin Halo Saibold wollen den Katastrophenschutz überprüfen so wie im Raum Aachen bereits geschehen. Dort ließ man danach vorsorglich Jodtabletten an alle Haushalte verteilen, da man nicht alle Menschen rechtzeitig vor einer radioaktiven Wolke erreichen kann.

 

Unterstützt wird die Forderung nach Aktenüberprüfung von der grünen Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, von Jan Haverkamp, der den Schweißnaht-Krimi für Greenpeace einst aufdeckte und dem Geschäftsführer der Online-Petitions-Plattform Change.org, Gregor Hackmack.

 

Wer an der Temelin-Exkursion teilnehmen will, muss sich schnell anmelden. Ein Bus aus Weiden fährt an einem Tag hin- und zurück, auch Eigenanreise ist möglich. Die Petition „STOPPT TEMELIN“ kann man noch unterschreiben.

 

https://www.change.org/p/bundesregierung-atomkraftwerk-temelin-i-sofort-abschalten

 

 

 

Kontakt: Brigitte Artmann, Tel +49 (0)923162821, Mobil +49 (0)1785542868,

 

brigitte-artmann@gmx.de

 

 

 

BI STOPPT TEMELIN

 

www.stoppt-temelin.de

 

IBAN: DE52 7805 0000 0222 4106 64

 

 

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN KV Wunsiedel

www.gruene-fichtelgebirge.de

 

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Programm in Deutsch
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Tschechisches Endlager Nahe der Grenze

Deutsche Nachbarn dürfen bis 18.08.2017 ihre Meinung dazu sagen

 

Von Brigitte Artmann

 

Marktredwitz, 29.07.2017.

Kreisrätin Brigitte Artmann aus dem oberfränkischen Landkreis Wunsiedel hat „wieder einmal einen Entwurf für eine Einwendung gebastelt“, wie sie selbst sagt. Seit 2010 macht sie das und hat damit Hunderttausende bewegt, gegen Atomprojekte im europäischen Osten Stellung zu beziehen. Diesmal geht es um das tschechische Endlager. Ein Standort ist östlich von Karlsbad nur 77 km vom oberfränkischen Grenzübergang Schirnding entfernt. Ein anderer nahe dem Bayerischen Wald. Die Einwendungsfrist für das sogenannte „grenzüberschreitende Strategische Umweltprüfungsverfahren (SUP) zur Entsorgungsstrategie für radioaktive Abfälle der Tschechischen Republik (1) endet am 18.August 2017. Den Unterlagen, so Artmann, ist zu entnehmen, „dass Tschechien zur selben Klimazone wie Deutschland gehört und somit ohne Probleme in den kommenden Jahren zu 100% auf Erneuerbare umsteigen könnte. Es ist unverständlich, dass deren Nutzung in dieser Entsorgungsstrategie auf nur 15% beschränkt wird. Leider setzt Tschechien weiter auf den Ausbau von 1 bis 3 Reaktoren bis 2040 am Standort Dukovany, auf die Laufzeitverlängerung der vier uralten, maroden Reaktoren im AKW Dukovany, auf den Weiterbetrieb der störanfälligen Temelin-Reaktoren nahe der deutschen Grenze, sowie auf die verstärkte Nutzung von Müllheizkraftwerken und von effizienterer Kohlenutzung.“ Artmann stellt fest, dass Tschechien im laufenden Verfahren bereits mehrfach Völkerrecht und Europäisches Recht verletzt hat und deshalb „besser das komplette Verfahren neu beginnen sollte“. Die Kreisrätin, die auch Sprecherin der BI STOPPT TEMELIN ist, hatte bereits Beschwerden vor dem Aarhus Komitee gegen den Temelin-Ausbau gewonnen. Tschechien stoppte deshalb das Verfahren. Mit dem Entwurf, den man auch selbst ergänzen kann, kann man Tschechien auffordern die vorgelegten Unterlagen nachzubessern. Aufhalten kann man das Verfahren damit nicht. Die Einwendungs-Vorlage findet man hier oder bei  www.gruene-fichtelgebirge.de

 

Eingefordert wird die noch ausstehende Untersuchung der vollständigen Akten aller Schweißnähte im Primärkühlkreislauf von Temelin 1, denn genau das ist im Falle eines Super-GAU relevant für die Größe des tschechischen Endlagers. Trotz der Forderung von unabhängigen Experten und eigener Zusagen im Landratsamt Wunsiedel lässt Tschechien keine bilaterale Aktenuntersuchung der Schweißnähte des Primärkühlkreislaufs von Temelin 1 durch die deutsche Atomaufsicht und externe Experten zu, obwohl Tschechien durch einen Vertrag mit Deutschland dazu verpflichtet wäre. Bei einem Fachgespräch der DTK in Prag im Herbst 2015 stellte Tschechien der deutschen Delegation für ganze 30 Minuten nur einen einzigen Pappkarton mit angeblichen Aktenkopien von Temelin 1 zur Verfügung. Der Schlüsselsatz in Prof. Dr. Erhard`s Stellungnahme an das BMUB (2) lautete damals: „Es muss aber angemerkt werden, dass in Anbetracht der kurzen Zeit, die Prüfung der Dokumentation nicht mit der normalerweise geforderten Sorgfalt durchgeführt werden konnte.“  78.000 Menschen fordern diese Untersuchung mit einer Petition www.change.org/p/bundesregierung-atomkraftwerk-temelin-i-sofort-abschalten

 

Hingewiesen wird auf die Tatsache, dass sich alle potentiellen Endlager-Standortgemeinden gegen ein Endlager auf ihrem Gebiet ausgesprochen. Durch die zu erwartenden Klageverfahren wird sich der Bau des Endlagers nicht im vorgestellten Rahmen vollziehen lassen. Tschechien muss dem Wunsch seiner potentiellen Endlager-Kommunen nachkommen und die Nutzung der Atomkraft beenden.

 

Den vorgelegten Unterlagen ist zu entnehmen, dass der Bau eines Tiefenendlagers keinerlei Auswirkungen auf die Flora, Fauna und das Ökosystem sowie auf alles andere haben wird, es wird auch nicht befürchtet, dass der Bau selbst Erdbeben auslösen könnte. Außerdem ist den Unterlagen zu entnehmen, dass jede Art von Auswirkungen sowieso gesetzlich verboten ist. Zudem strahlen die in tschechischen AKW benutzten Brennelemente nur „Zehntausende von Jahren“, konkret 100.000 Jahre, nicht wie in Deutschland eine Million Jahre. In den Unterlagen wird berichtet „von der Wiederverwendung der benutzten Brennstäbe in den Generation IV Reaktoren, das habe aber nur Auswirkungen auf die Größe des Endlagers, nicht auf den Bedarf“, eine Nullvariante sei damit ausgeschlossen. Artmann fordert dazu völlig emotionslos, erst einmal die fehlenden technischen Daten und damit die Größe des Endlagers in den Unterlagen nachzureichen.  

 

Die Aussage „keiner der als potentieller Endlagerstandort ausgewählten Lokalitäten würde die Nachbarländer tangieren“ in den von Tschechien der deutschen Öffentlichkeit vorgelegten Unterlagen ist schlichtweg falsch. Richtig ist, der Standort Čertovka bei Lubenec im Kreis Louny, liegt nur 77 km vom der bayerisch-tschechischen Grenzübergang Schirnding entfernt und leitet über Flusssysteme in die Elbe ein. Zwischen Lubenec und der deutschen Grenze liegt das Egerer Becken, eine der aktivsten Vulkanismus-Zonen Europas (3). Tschechien weiß heute nicht, wie im Laufe von 100.000 Jahren die Entwicklung dort sein wird. Der in den vorgelegten Unterlagen genannte 5-km Abstand des Endlagers zu Bruchlinien, Störungen oder Post-Vulkanismus-Zonen ist zu klein und muss erhöht werden.

 

Auch andere potentielle Standorte weiter südlich sind über Flusssysteme mit der Elbe verbunden. Es muss wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass über diese Flusssysteme bei einer Havarie des Endlagers keinerlei Kontamination des Nachbarlandes Deutschland zu erwarten ist.

 

Die vorgelegten Unterlagen untersuchen keine eventuellen Kriegseinwirkungen im kommenden Jahrhundert, ebenso wenig die Wirkung  bunkerbrechende Waffen auf dieses dann im Betrieb befindliche Endlager. Sie untersuchen auch nicht wie dann die Auswirkungen auf eingelagerte Castoren und mögliche benachbarte Vulkanismus-Zonen sein könnten. Tschechien muss noch den wissenschaftlichen Beweis erbringen, dass die potentiellen Standorte auch bei Kriegseinwirkungen sicher sind.

 

Tschechien legitimiert in den vorgelegten Unterlagen die eigenmächtige Laufzeitverlängerung der alten Reaktoren von Dukovany ohne jede Form der Öffentlichkeitsbeteiligung. Tschechien unterschlägt, dass es Beschwerden der Öffentlichkeit und deswegen eine Arbeitsgruppe der Mitgliedsstaaten der Espoo Konvention gibt. Tschechien muss dies in den Unterlagen nachtragen.

 

Deutschland legt die Unterlagen in Papierform nur im BMUB in Berlin und Bonn schriftlich aus. Betroffene an der bayerisch-tschechischen Grenze, die das Internet nicht nutzen, müssen circa sechs Stunden Zugfahrt hin und zurück in Kauf nehmen und eine Übernachtung.  Das ist nicht zumutbar. Tschechien ist verantwortlich für die korrekte Information der betroffenen Öffentlichkeit in den Nachbarländern. Die Unterlagen müssen in Bayern ausgelegt werden.

 

Gerügt wird weiter, dass die Links der angegebenen Quellen in den vorgelegten Unterlagen nicht aktiviert sind. Die vorgelegten Unterlagen beziehen sich im Text auf IAEO-Empfehlungen, die aber vom Leser nicht nachgeprüft werden können. Dies muss nachgebessert werden.

 

Die Einwendung muss man bis spätestens 18. August 2017 per Briefpost oder digital an das *Ministry of the Environment/Ministerstvo životního prostředí, Department of EIA and IPPC,
Vrsovicka 65, 100 10 Praha 10, Czech Republic, E-Mail: 
posta@mzp.cz * schicken. Auch das *Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit,  Referat RS III 2, Robert-Schuman-Platz 3, 53175 Bonn, E-Mail sup-entsorgungskonzept-cz@bmub.bund.de * bittet darum eine Kopie zu erhalten.

 

(1)    http://www.bmub.bund.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/internationales/uvpsup/sup-entsorgungsstrategie-tschechien/

 

(2)    Liegt dem BMUB vor.

 

(3)    https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/9814.htm und andere

 

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Bitte beachten, Vorder- und Rückseite der Einwendungsliste müssen zusammen auf einem Blatt Papier sein, sonst ungültig! Der Unterzeichner muss erkennen, was er unterschreibt.
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Bonn Temelin Petition Übergabe 13.07.2017

Temelin Schweißnähte - Nach Petitionsübergabe an Atomaufsicht

 

Landräte fordern: Bundesumweltministerin Hendricks muss handeln!

 

 

Bonn, Marktredwitz, 13.07.2017. Das Atomkraftwerk Temelin steht in Tschechien in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutschland und Österreich. Würde man die verstrahlten Zonen der Atomkatastrophe von Fukushima auf Temelin übertragen, so lägen Teile des niederbayerischen Landkreises Passau in der Evakuierungszone. Die beiden russischen Reaktoren mit amerikanischer Technik sind seit Inbetriebnahme im Jahr 2000 sehr störanfällig. Reaktor 1 hat eine gefährliche Schweißnaht direkt am Reaktordruckgefäß. Diese Schweißnaht hält nicht unter Stress, sagt die Inspektorin der tschechischen Atomaufsicht, die den Fall untersuchte. Sie bekam einen Maulkorb. Der Fall wird vertuscht. Die dazugehörige Akte 15/2001/SUJB wird verleugnet.

 

 

Über 77.000 Unterschriften hatte die Initiatorin der Temelin-Petition Brigitte Artmann deswegen am vergangenen Donnerstag in Bonn im Bundesumweltministerium an Ministerialdirigent Thomas Elsner, den technischen Leiter der Atomaufsicht überreicht, immer begleitet vom Facebook-Livestream von Change.org. Die Unterzeichner fordern die sofortige und umfassende Prüfung der Aktenlage. Unterstützt werden sie dabei von den Landräten Franz Meyer aus Passau und Dr. Karl Döhler aus Wunsiedel, beide CSU. Auch die Landräte aus Regen, Michael Adam, SPD, und aus Freyung-Grafenau, Sebastian Huber, CSU, ziehen inzwischen laut örtlichen Medien nach (Onlinemagazin "da Hog'n"). In Bonn dabei waren neben Gregor Hackmack von Change.org, der kritisch bei Thomas Elsner nachhakte, auch Jan Haverkamp, der für Greenpeace zusammen mit seinem damaligen Chef in Prag die Sache aufdeckte, die Passauer Kreisrätin Halo Saibold sowie die Petentin Brigitte Artmann selbst, sie ist Kreisrätin im oberfränkischen  Wunsiedel und Sprecherin der Initiative STOPPT TEMELIN.

 

 

Ministerialdirigent Thomas Elsner war einst der Pressesprecher des ehemaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin. Er erklärte seinen überraschten Gästen „seine Experten hätten die Akten bei einem Treffen im Oktober 2015 geprüft. Es gäbe keinen Handlungsbedarf“. Er selbst wäre damals aber noch nicht im Amt gewesen. Nach dem Gespräch räumte er ein, er „werde prüfen lassen, ob sich aus dem heutigen Gespräch neue Erkenntnisse ergeben hätten“.

 

Im Gegensatz zu Thomas Elsner war Brigitte Artmann bei diesem bilateralen Expertentreffen im Oktober 2015 in Prag dabei, ebenso wie Thomas Elsners Vor-Vorgänger in der technischen Leitung der Atomaufsicht, Ministerialdirigent a.D. Dieter Majer. Seit seiner Pensionierung arbeitet Majer als unabhängiger Experte und als solcher war er auch in Prag. Majer gilt als unbestechliche Größe seines Metiers. Er hat das Atomkraftwerk Biblis wegen Unregelmäßigkeiten lange still stehen lassen. Er schloss die Plutoniumfabrik in Hanau.

 

 

Majer sagt eben über jene Temelin-Schweißnähte, zu denen sein Nachfolger keinen Handlungsbedarf sieht: „Ich glaube, dass keine der Schweißnähte im Primärkreis den Anforderungen entspricht. Betreiber und Behörde haben bisher gegenüber der Öffentlichkeit die einwandfreie Qualität der Schweißnaht nicht nachgewiesen. Die einzige realistische Möglichkeit ist eine sehr aufwendige Prüfung der Dokumentation.“

 

 

Und auch der andere unabhängige Experte, der in Prag dabei war, Tilman Just, wurde nach kriminalistischer Recherche fündig. Just ist ein von der Atomindustrie anerkannter Materialexperte des TÜV Nord. Heute ist er im Ruhestand. Bei der Prüfung eines ihm vom BMUB zugänglich gemachten Temelin-Dokuments hatte er festgestellt, dass ein Rohr am einen Ende am Reaktordruckgefäß angeschweißt wurde, während das andere Ende desselben Rohrs zeitgleich in einer weit entfernten Montagehalle an ein zweites Rohr angeschweißt worden sein soll. Dieses Dokument kann nicht stimmen und sollte die Bundesregierung zu Anfragen bei der tschechischen Regierung nötigen. Einen entsprechenden Vertrag, der das möglich macht, gibt es zwischen beiden Ländern.

 

 

Brigitte Artmann war es unerklärlich wie Thomas Elsner zu der Schlussfolgerung kommen konnte, es wären Akten geprüft worden. „Ich stand neben Prof. Dr. Ehrhard, dem einzigen anwesenden Gutachter des Bundesumweltministeriums, als er in den Karton von der Größe eines durchschnittlichen Umzugskarton griff, der uns 30 Minuten vor Schluss der Veranstaltung unter Bewachung auf den Tisch gestellt wurde. Es waren Kopien, keine Originale. Sie waren in tschechischer Sprache. Nur ein Schreiben war in Deutsch. Wenn Herr Prof. Dr. Ehrhard kein Tschechisch können sollte, so wäre es doch von ihm höchst unseriös zu behaupten, alles wäre in Ordnung. Dolmetscher hatten wir keine.“ Sollte das Bundesumweltministerium bei der Aussage bleiben, es wäre damit alles „geprüft, alles sicher“, so müsse man in diesem Lichte auch die Sicherheit deutscher AKW hinterfragen.

 

 

„Zeitgleich zu diesem Expertengespräch war 2015 ein großangelegter, schon Jahrzehnte währender Betrug mit falschen Röntgenaufnahmen an allen Schweißnähten im nicht-atomaren Kreislauf aller sechs tschechischen Reaktoren festgestellt worden. Dieselben Firmen die heute für die Sicherheit der Schweißnähte im atomaren Kreislauf bürgen und heute angeklagt sind, sind darin involviert“, sagte Jan Haverkamp von Greenpeace.  Er erklärte, dass die Akten, die die Sicherheit eines Atomkraftwerks belegen, ganze Räume füllen, sie passen keinesfalls in einen Umzugskarton. Und selbst diesen könne man nicht in 30 Minuten prüfen. Sein ehemaliger Chef bei Greenpeace Tschechien, Jiri Tutter, wäre auch bei diesem Prager Expertengespräch dabei gewesen und habe in einer Stellungnahme erklärt, die tschechische Seite habe die deutsche Seite mit diesem Karton schlichtweg provozieren wollen.

 

 

Der ehemalige technische Leiter der Atomaufsicht, Dieter Majer, bewertet die Stellungnahme von Prof. Dr. Ehrhard völlig anders als der heute zuständige Ministerialdirigent Elsner. Zur Erklärung: Der technische Leiter der Atomaufsicht hat die Aufgabe Stellungnahmen für die Führung des Bundesumweltministeriums zu bewerten.

 

Majer: Die bisherige Tätigkeit (des BMUB) in Sachen Temelin waren ein Fachgespräch am 19.Oktober 15 mit tschechischer Seite unter Beteiligung kritischer Fragesteller (Frau Kotting-Uhl, Frau Artmann und Andere), sowie ein Brief des BMUB vom 6.9.16, mit der Aussage, keine ernsthaften Zweifel an der fraglichen Schweißnaht zu haben, gestützt auf die Stellungnahme von Prof. Dr. Erhard.

 

 

Majer weiter in seiner schriftlichen Analyse der Stellungnahme von Prof. Dr. Erhard:

 

Zerstörungsfreie Prüfmethoden (ZfP) haben ihr Potential im Nachweis von Defekten über einem festgelegten Nachweislevel. Es ist derzeit nicht vorstellbar mit diesen ZfP Methoden, die mechanischen Eigenschaften vollständig in Wanddickenrichtung zu messen. Eigenspannungsmessung  und die mechanischen Eigenschaften z.B. in einer geringen Tiefe von der Oberfläche ausgehend können z.B. mit Ultraschall oder Radiographie gemessen werden. Die Anwendung von Wirbelstrom‐Techniken kann Aufschluss über die Kornstruktur an der Oberfläche bringen. Ergebnis: es gibt keine ZfP Methode die, die klassischen mechanischen Methoden ersetzen kann, z.B. Zugversuch, Zähigkeit, Härte usw.

 

 

Die Qualifikation der Schweißverfahren wurde an vielen Teststücken ausgeführt. Auch wurden schweißtechnische Reparatursituationen simuliert. Wenn die Dokumentation dieser Qualifikationen und die persönlichen Zertifikate der Schweißer dokumentiert sind, können diese Information für eine Plausibilitätsstudie verwendet werden. Mit anderen Worten, die Dokumentation ist die Basis für die Qualitätsbeurteilung der Schweißnaht 1‐4‐5.

 

Selbst wenn die Härtewerte der wärmebehandelten Schweißnahtoberfläche mit der spezifizierten übereinstimmen (Messung der Härten der Schweißnaht und Wärmeeinflusszone), gibt es keine Garantie, dass die mechanischen Eigenschaften in Wanddickenrichtung gemäß den Spezifikationen sind. Es müsste plausibel erklärt werden, dass man von der Decklage auf das Volumen schließen kann.

 

 

Wenn die tschechische Genehmigungsbehörde, das Büro für die nukleare Sicherheit (StátníUřad pro Jadernou Bezpečnost, SUJB) sowie der Betreiber České Energetické Závody (CEZ) erlaubt, von unabhängigen Experten die Dokumentation bewerten zu lassen, könnte der Zweifel an der Qualität der Schweißstelle 1‐4‐5 eventuell behoben werden. Das verlangt umfassendes Dokumentationsarchiv. Das bedeutet, alle Protokolle während des Schweißens, die  spezifischen Schweißprotokolle, die Protokolle über die ZfP einschließlich der Ergebnisse, die Wärmebehandlungsprotokolle nach dem Schweißen, müssten vorhanden sein.

 

 

Der Betreiber Temelin lässt an einer Verfahrensprobe die Reparatur die während der Herstellung der Schweißstelle 1‐4‐5 durchgeführt worden sein soll simulieren. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die mechanischen Eigenschaften und die chemische Zusammensetzung durch Probenentnahme nach dem Schweißen, um damit eine Plausibilität zur Originalschweißnaht herzustellen, bestimmt werden können.

 

 

Der Schlüsselsatz in der Stellungnahme Erhard: „Es muss aber angemerkt werden, dass in Anbetracht der kurzen Zeit, die Prüfung der Dokumentation nicht mit der normalerweise geforderten Sorgfalt durchgeführt werden konnte.“

 

 

Die Change.org Petition „STOPPT TEMELIN – Gefährliche Schweißnähte untersuchen!“ richtet sich an die Bundeskanzlerin, die Bundesregierung und an die Bundesumweltministerin. Sie wird weitergeführt.

 

Temelin - Atomkatastrophe verhindern

 

Marktredwitz, 09.07.2017. Diesen drastischen Appell richtete Change.org an seine Community: „Temelin ist ein Atomkraftwerk in Tschechien, nahe der deutsch-österreichischen Grenze. Das Kraftwerk weist gefährliche Mängel auf. Insbesondere die Schweißnähte drohen, dem Druck des Reaktors nicht standzuhalten. Über 77.000 Menschen fordern in einer Change.org-Petition die dringende Untersuchung durch unabhängige Experten.“ Weiter heißt es „Tschernobyl und Fukushima haben uns das Ausmaß der Atomkatastrophe vor Augen geführt. Eine weitere wollen wir unbedingt verhindern. Nächste Woche wird Petitionsstarterin Brigitte Artmann die Petition an das Bundesumweltministerium übergeben. Unsere Campaigner/innen haben sie mit allen Kräften unterstützt und werden sie zum Termin begleiten. Wir werden aus dem Ministerium berichten und weiter Druck machen bis dieses Atomkraftwerk und andere, die die Sicherheit der Menschen gefährden, geschlossen werden.“  

Auch die bayerische Politik an der tschechischen Grenze ist besorgt

 

Die Landräte aus dem oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge und dem niederbayerischen Landkreis Passau haben sich bereit an das Bundesumweltministerium gewandt und auf Untersuchung gedrungen. Im Landkreis Passau sogar mit Beschlussfassung in einem Ausschuss. Zwei unabhängige Experten aus Deutschland hatten dringend dazu geraten, alle Schweißnähte des atomaren Kreislaufs von Temelin 1 prüfen zu lassen. Dieser Reaktor hat eine gefährliche Schweißnaht direkt am Reaktordruckgefäß, die unter Stress nicht hält, sagt eine Inspektorin der tschechischen Atomaufsicht. Sie bekam einen Maulkorb. Der Landkreis Passau ist nur 60 km von den beiden sehr störanfälligen russischen Reaktoren entfernt.

 

Die Bundesregierung kann auf diese Untersuchung dringen, denn sie hat einen bindenden Vertrag mit Tschechien!

 

Das sagt die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl. „Doch die Bundesregierung bleibt untätig. Das ist ein Skandal und bringt uns alle in Gefahr!“ ist das Fazit der Wunsiedler Kreisrätin und Sprecherin der BI STOPPT TEMELIN, Brigitte Artmann, die am kommenden Donnerstag, dem 13. Juli 2017, in Bonn die Petition an Ministerialdirigent Elsner, dem technischen Leiter der deutschen Atomaufsicht überreichen wird. Mit dabei Change.org, der Nuklearexperte Jan Haverkamp von Nuclear Transparency Watch, die Grünen Fichtelgebirge und die Passauer Kreisrätin Halo Saibold.

 

www.change.org/p/bundesregierung-atomkraftwerk-temelin-i-sofort-abschalten

 

Kontakt: Brigitte Artmann  BI STOPPT TEMELIN  Mobil +49 1785542868  brigitte-artmann@gmx.de

 

 

IBAN: DE52 7805 0000 0222 4106 64

 

 

Am 19.05.2015 fand ein Workshop Zwischenlager und Block 6 des AKW Lubmin/Greifswald statt.

Siehe auch rechts  AKW LUBMIN/GREIFSWALD

Ostermontag – Trommeln gegen Temelin - im Schneesturm -

Marktplatz Waidhaus 17. April 14:00


„Temelin 1 sofort stoppen, gefährliche Schweißnähte untersuchen“

 

 

 

 

Waidhaus, Ostermontag, 17. April 2017. Die traditionelle Ostermontagsdemo „Trommeln gegen Temelin“ in Waidhaus fand diesmal während eines heftigen Schneesturms statt. Dennoch hatten sich circa 80 Unentwegte eingefunden. Die Forderung lautete  „Temelin 1 sofort stoppen, gefährliche Schweißnähte untersuchen“. Eine gleichnamige Petition will man noch vor der Sommerpause an die Bundesumweltministerin überreichen. 78.000 Menschen haben bereits unterschrieben. https://www.change.org/p/bundesregierung-atomkraftwerk-temelin-i-sofort-abschalten

 

 

 

Stefan Schneider, der zusammen mit seiner Frau Beate und einigen getreuen Helfern die Demo alljährlich organisiert, erklärte auf eindrückliche Weise, „worüber man reden würde“. Er hatte ein Modell eines 80 cm dicken Kühlwasserrohres von Temelin 1 gebastelt, auf dem 320 Grad und 160 bar standen. Unter diesem Druck stehen diese mit radioaktiver Flüssigkeit gefüllten Leitungen um deren Schweißnähte der Kampf tobt. (Siehe Foto)

 

 

 

Engagiert machte die Landesvorsitzende Sigi Hagl klar: „Temelin bedroht uns alle, denn der SuperGAU macht nicht vor unseren Grenzen Halt! Rund um Deutschland stehen gefährliche Schrottreaktoren, ob Temelin, Dukovany, Doel oder Tihange. Der beschlossene Atomausstieg in Deutschland ist deshalb nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ende der Atomkraft. Raus aus der Atomkraft ist der einzige Weg, damit sich Tschernobyl, Fukushima nicht wiederholen. Nicht bei uns, nicht an unseren Grenzen, nirgendwo!“

 

 

 

„Deutschland hat einen bilateral bindenden Vertrag mit Tschechien, der der Bundesregierung das Recht gibt, die nötigen Unterlagen von Temelin 1 zu prüfen. Doch die Bundesregierung bleibt immer noch untätig. Das ist ein Skandal und bringt uns alle in Gefahr“ sagte die Wunsiedler Grünen-Kreisrätin und Vorsitzende der BI STOPPT TEMELIN, Brigitte Artmann. „ Wir waren mit unabhängigen Experten und der deutschen Atomaufsicht bei der tschechischen Atomaufsicht in Prag. Diese unabhängigen Experten rieten dringend dazu, alle Schweißnähte und deren Aktenlage in Temelin 1 zu untersuchen.“ 

 

 

 

Artmann erklärte, dass einer dieser Experten Dieter Majer war, der ehemalige technische Leiter der deutschen Atomaufsicht des Bundesumweltministeriums. Seine Meinung ist, „dass keine der Schweißnähte im Primärkreis von Temelin 1 den Anforderungen entspricht. Sie könnten wohl im Normalbetrieb halten, aber nicht im Notfall. Weder Betreiber noch Behörde hätten bisher gegenüber der Öffentlichkeit die einwandfreie Qualität der Schweißnaht nicht nachgewiesen. Die einzige realistische Möglichkeit ist eine sehr aufwendige Prüfung der Dokumentation.“ 

 

 

 

Der andere Experte, so Artmann, war Tilman Just, Materialexperte für den TÜV Nord, nun im Ruhestand. Er hatte bei der Prüfung zweier vorliegender Dokumente festgestellt, dass ein Rohr am einen Ende am Reaktor angeschweißt worden sein soll, während das andere Ende desselben Rohres aber zeitgleich in einer weit entfernten Montagehalle an ein zweites Rohr angeschweißt worden sein soll. Diese Unterlagen können nicht stimmen. Erst letztes Jahr war jahrzehntelanger Betrug mit falschen Röntgenaufnahmen an allen Schweißnähten im Sekundär-Kreislauf aller tschechischen Reaktoren aufgeflogen.

 

 

 

Hilde Lindner-Hausner von der BI WAA NAA informierte spontan, dass das rechtsverbindliche Planungsverfahren für den Südostlink am 17. Mai in der Max-Reger-Halle in Weiden beginnt. Man habe den ehemaligen Rechtsanwalt der WAA-Gegner Wolfgang Baumann aus Würzburg dafür beauftragt. Betroffene Grundstücksbesitzer könnten sich ihn wenden. Sie habe Baumann damals gegen die WAA eine Vollmacht unterschrieben.

 

 

 

Gisela Helgath, Grüne Direktkandidatin für den Wahlkreis Weiden, Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab sagte:  Wir brauchen starke Grüne, damit die Energiewende wiederbelebt wird. Die geplanten Stromtrassen und der Weiterbetrieb von Temelin sind kontraproduktiv. Die Energiewende gehört in Bürgerhand.

 

Wir haben eine Online-Petition auf change.org gestartet

Bitte unterstützen !

http://change.org/temelin


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Unterschriftenliste Petition STOPPT TEMELIN
Petition an die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin und die Bundesumweltministerin
STOPPT TEMELIN – Gefährliche Schweißnähte untersuchen!
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